Ein Blick in unsere Vereinschronik

Verfasst von Ernst Baumgartner, aktualisiert 2016

 

Inzwischen umfasst unsere Vereinschronik 3 Bände, in feines, dunkelgrünes Leder gebunden.

Es ist somit klar, dass der folgende Einblick hier nur ein winziger Ausschnitt daraus sein kann.

Historie

Das bayerische Schützenwesen hat eine lange Tradition und viele Gesellschaften können inzwischen vielhuntertjährige Jubiläen feiern. Sie sind zukunftsorientiert, vital und erfreuen sich heute steigender Beliebtheit.

Freizeitgestaltung war bis in die Mitte des vergangenen Jahrhunderts kein großes Thema auf dem Land und weithin unbekannt. Harte Arbeit bestimmte das Leben der Menschen und füllte den Tag aus. Etwas besser gestellte Bürger, wie bei uns der Gastwirt Ücker, einige Bauern, selbständige Handwerker und ein Geschäftsmann blieben in den Anfangsjahren bei den Schießabenden weitgehend unter sich.

Erst beim Neubeginn nach dem 2. Weltkrieg im Jahre 1954 änderten sich die Dinge. Die ersten Frauen tauchten in unserer Schützengesellschaft auf (Marille und Gusti Ücker). Ganz allmählich, als man erkannte, dass die Jugend bei den Schützen gut aufgehoben ist, wurde ihr Beitritt von den Eltern akzeptiert und das Beitrittsalter gesenkt.

Unser ältestes Schießbuch (1931 bis 1938) weist für 1931 einen Jahresbeitrag pro Schütze von 2.50 Mark aus. Da keine vermögenden Geschäfts- oder Kaufleute unter uns waren und sind, ist es seit jeher notwendig, sparsam zu wirtschaften. Größere Anschaffungen müssen mühsam erspart werden.

Beitragserhöhungen sind sorgfältig abzuwägen, weil die Schützen meist empfindlich darauf reagieren. Sportliches Schießen kennt schon immer viele abwechslungsreiche Varianten und hat zahlreiche Anhänger bei Jung und Alt.

Inzwischen ist Sportschießen olympische Disziplin. Waffen und Ausrüstung erfahren ständige Verbesserungen, werden dadurch aber auch immer teuerer.

Schützen die in Leistungsklassen vorwärtskommen wollen, müssen für ihre Ausrüstung tief in die Tasche greifen.

In unserer Schützengesellschaft steht jedoch das gesellschaftliche Moment, das zwanglose Zusammentreffen unserer dörflichen Bewohner aller Altersgruppen und Berufe im Vordergrund der Aktivitäten. Sorgfältig wird die Jugend in die Gemeinschaft eingeführt und kann gefahrlos und wohlbehütet das sportliche Schießen einüben.

 

Der Ort

Farchach wird erstmals im Jahre 1090 in einer Urkunde als Vorchaideh genannt und gehört somit zu den ältesten Siedlungen des oberbayerischen Alpenvorlandes.

Der Ortsname wird abgeleitet von den Föhren am Bach oder der Heide mit Föhren.

Das Dorf ist noch immer landwirtschaftlich geprägt, wenn es auch in den letzten Jahrzehnten durch den Bau von Wohnhäusern und durch Zuzug stark gewachsen. Seit die "Kramerin" vor Jahren im hohen Alter verstarb, gibt es kein Geschäft für den täglichen Bedarf mehr im Ort.

Die kommunale Freizeitanlage bietet eine Kegelbahn, 4 Schießstände für Luftgewehr (genutzt von den Bachhauser Edelweißschützen), eine weitgehend ungenutzte Sommerstockbahn und eine respektable Tennisanlage.

Die Ortsmitte bildet die schöne Filialkirche St. Nikolaus, ein Bauwerk des 14. Jahrhunderts.

 

Gründung der Schützengesellschaft

In dieser historischen Gegend haben sich kurz nach dem 1. Weltkrieg erstmals Männer zusammengefunden, um als Schützen Sport und Kameradschaft zu pflegen.

1919 in Bachhausen gegründet, zog bald ein Teil der Schützen in die Farchacher Gaststätte von Wilhelm Ücker, wo sie für ihre Vereinsarbeit bessere Verhältnisse vorfanden. Das war der Anfang der Schützengesellschaft Farchach.

Gründungsmitglieder

Folgende Männer gründeten unsere Schützengesellschaft:

 

                                                               Johann Schöpfel

                                                               Simon Wiener

                                                               Xaver Widmann

                                                               Sebald Pauli

                                                               Bartholomäus Pfisterer

                                                               Jakob Huber

                                                               Stefan Mair

                                                               Georg Koch

                                                               Peter Wach

                                                               Mathias Neuchl

                                                               Franz Demmler

 

Der erste Schützenmeister war Johann Schöpfel. Er starb im Jahre 1943.

Das letzte Gründungsmitglied, Herr Stefan Mair, verstarb am 20.12.1998 im Alter von 99 Jahren.

 

Vor dem 2. Weltkrieg

Vereinslokal war das Dorfgasthaus, welches gerade um die Zeit der Gründung die Familie

Wilhelm Ücker übernahm. Bis zur Schließung im Jahre 1974 blieb es Vereinsherberge und unsere Senioren verbinden damit viele schöne und auch lustige Erinnerungen.

 

Geschossen hat man in der Gründungszeit mit Löffellader- und Vorderladerzimmerstutzen.

Da es noch keine Zugstände gab, war ein sogenannter Zieler erforderlich. Seine Aufgabe war es, die Treffer mit einer Kelle anzuzeigen.

Wurde ein Zwölfer geschossen, was bei der damaligen Waffen- und Munitionspräzision nicht so häufig vorkam, hatte der glückliche Schütze den Zieler mit Schnaps oder einer Zigarre zu beschenken.

Die Distanz vom Schützen zur Scheibe betrug 8,50 m.

Es gab größtenteils Schützenscheiben mit aufgemaltem Wild und es musste waidgerecht getroffen werden, um die Scheibe zu gewinnen.

Soweit die Ereignisse bis zum Anfang des 2. Weltkrieges.

 

Nach dem 2. Weltkrieg

Unter Einwirkung des 2. Weltkrieges kam mit den meisten anderen Vereinen auch das Leben der Farchacher Schützengesellschaft zum Stillstand.

Erst nach Abklingen der Kriegswirren und Lockerung der strengen Gesetze der amerikanischen Besatzungsmacht, fanden sich auf Drängen der Jugend die Schützen in den 50 er Jahren allmählich wieder zu geregelten Vereinsabenden im Gasthaus Ücker zusammen.

Der damalige 1. Schützenmeister und Bauer Jakob Huber („da Schuastamaxnjackl“, geb. 5.3.1900, gest. 30.7.1965) fällte eines Tages in seinem Wald einen Baum, verkaufte ihn und fuhr mit dem Geld und einigen Schützenbrüdern nach München  Bei der Firma Oberhammer hat er den Farchacher Schützen einen Löffellader-Zimmerstutzen gekauft.

Geschossen hat man von der Gaststube durch eine Maueröffnung in die Küche.

Unvorstellbar, wenn man an die heutigen strengen Vorschriften für Schießanlagen denkt.

Die Maueröffnung befand sich auf günstiger Augenhöhe und war nach dem Schießen mit

2 Holztürchen verschließbar.

In der Küche gleich neben dem Herrgottswinkel hängte man zum Schießbetrieb zwei Kugelfänge aus Blech an die Wand, Zugseile und Handkurbeln spannte man mit Zwingen in der Gaststube an zwei Wirtshaustischen fest. Der Kassier saß gleich dahinter und beaufsichtigte so den Schießbetrieb.

An jedem Schießabend wurden zur Sicherheit eine Reihe mannshoher Presspappeplatten

entlang der Schießrichtung aufgestellt. Mit kleinen Haken ließen sich die Platten zusammenhängen.

Die Wirtsleute konnten in diesen Stunden an Eckbank und Küchentisch nicht heran.

Nach Abschluss des Schießens wurde wieder alles abmontiert und bis zum nächsten Schießabend im Nebenzimmer eingelagert.

Auf- und Abbau, besonders der Presspappeplatten fiel überwiegend der Jugend zu.

Ganz allmählich setzten sich die Luftdruckwaffen durch. Die sensibler geworden Schützen begannen, sich durch den harten Knall der Zimmerstutzen beim Zielen gestört zu fühlen.  Auch wurden die vielen auf dem Boden herumliegenden Munitionshülsen als lästig empfunden.

Den Ausschlag gab aber vor allem die bedeutend billigere Munition, die hohe Präzision und der günstigere Preis der Luftdruckwaffen.

 

Schützenmeister

Die Führung der nach dem 2. Weltkrieg noch kleinen Schar übernahm als Schützenmeister  Jakob Huber.

1956 zählte man bereits 31 Mitglieder.

1958 übernahm Stefan Mair für kurze Zeit die Führung. Er wurde 1960 wieder von Jakob Huber abgelöst.

1961 wählte die Hauptversammlung Gregor Wolf zum 1. Schützenmeister.

Mit ihm begann eine lange Phase des Aufschwungs.

Mit Einsatz und Ideenreichtum gab er unserer Schützengesellschaft neue Impulse.

Als er im Jahr 1987 nach 26 jähriger Amtszeit diese Aufgabe in jüngere Hände legte, wurde er in dankbarer Anerkennung seiner erfolgreichen Vereinsarbeit von den Eichenlaubschützen zum Ehrenschützenmeister ernannt. Der Schützengau Starnberg würdigte seine langjährige Arbeit für das Schützenwesen 1984 mit dem Gauehrenbrief. Er verstarb am 15. Dezember 1997.

Von 1987 bis 1996 stand Wolfgang Reiser, ein Vertreter der jüngeren Generation, an der Spitze der Eichenlaubschützen. Er wurde im Jahre 2002 von der Hauptversammlung zum Ehrenschützenmeister ernannt.

Von 1996 bis 2002 stand Franz Demmler jun. als 1. Schützenmeister dem Verein vor.

Von 2002 bis Januar 2009 war Albert Baumgartner der 1. Schützenmeister.

Ab Januar 2009 übernahm wiederum Franz Demmler jun. dieses Amt.

Namensgebung

Josef Maier sen. war es, der eines Tages den Gedanken hatte, unserer Gesellschaft den Beinamen “Eichenlaub” zu geben, da doch der Baum im Ort auffallend häufig vorkomme. Dem damalige Schützenmeister Gregor Wolf gefiel die Idee gut, da man uns damit nicht mehr so leicht mit Vereinen ähnlich klingender Namen (Farchet, Farchant) verwechseln konnte.

So wurde 1964 beschlossen, der Farchacher Schützengesellschaft den Namen “Schützengesellschaft Eichenlaub Farchach” zu geben.

 

Schützenkette

Noch bis in die 60er Jahre fehlte unseren Königen die wichtigste Zierde, die Schützenkette.

Durch die Initiative des Schützenmeisters Wolf, der persönlich im ganzen Gebiet der damaligen Gemeinde Bachhausen Spenden sammelte, konnte sie bald beim Goldschmied Koch in Wolfratshausen in Auftrag gegeben werden.

Der erste Träger des gelungenen Kleinods war Johann Seitner, dem sie am 9. Juli 1964 umgelegt wurde.

Traditionsgemäß lässt jedes Jahr der neuermittelte Schützenkönig die Kette um einen schönen Silbertaler in vergoldeter Fassung und Namensanhänger erweitern. Hat der neue König aber schon einen Taler an der Kette, genügt die Erweiterung des Anhängers um die Jahreszahl.

Die Schützenkette wird nur bei besonderen Anlässen getragen und ist inzwischen zu einer gewichtigen und wertvollen Zierde angewachsen.

 

Schützenkönige seit 1964

Ein Höhepunkt unseres Schützenjahres ist das Köigsschießen.

 

Hier die Schützenkönige,

die bisher die Kette tragen konnten:

1964        Seitner Johann

1965        Horst Kienast

1966        Stefan Mair

1967        Josef Mayer jun.

1968        Franz Seitner

1969        Ernst Baumgartner

1970        Horst Birkholz

1971        Horst Birkholz

1972        Horst Birkholz

1973        Thomas Haberle

1974        Josef Pauli

1975        Franz Demmler

1976        Ernst Baumgartner

1977        Maria Huber

1978        Horst Kienast

1979        Horst Kienast

1980        Mathilde Neuchl

1981        Heinrich Wolf

1982        Georg Häuslaigner

1983        Ludwig Haseneder jun.

1984        Horst Kienast

1985        Wolfgang Reiser

1986        Franz Demmler sen.

1987        Johann Schöpfel

1988        Ulrich Mayer

1989        Ludwig Haseneder jun.

1990        Stefan Neuchl

1991        Stefan Neuchl

1992        Heinrich Wolf

1993        Johann Schöpfel

1994        Stefan Neuchl

1995        Marianne Wild

1996        Albert Baumgartner

1997        Christian Schneider

1998        Ludwig Haseneder sen.

1999        Wolfgang Reiser

2000        Stefan Neuchl

2001        Ludwig Haseneder jun.

2002        Heinrich Wolf

2003        Josef Pfisterer

2004        Rupert Pfisterer

2005        Ernst Baumgartner

2006        Reinhard Knobloch

2007        Albert Baumgartner

2008        Monika Stock

2009        Wolfgang Reiser

2010        Wolfgang Reiser

2011        Josef Pfisterer

2012        Wolfgang Reiser

2013        Christoph Schneider

2014        Sieglinde Müller

2015        Richard Doll

2016        Stefan Demmler

2017        Ludwig Deuflhard

2018        Wolfgang Reiser

2019       

2020       

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf Anregung von Ehrenschützenmeister Gregor Wolf

schafften wir uns 1996 eine Kette für unsere Jungschützenkönige an. Seither wurde der Titel von folgenden Jugendlichen „erzielt“:

 

1996        Kathrin Schöpfel

1997        Andreas Reiser

1998        Kathrin Schöpfel

1999        Thomas Wild

2000        Thomas Wild

2001        Bastian Weindler

2002        Markus Portenlänger

2003        Stefan Bernwieser

2004        Markus Portenlänger

2005        Matthias Stock

2006        Matthias Stock

2007        Alexander Schneider

2008        Martin Schmid

2009        Martin Schmid

2010        Stefan Demmler

2011        Veronika Pfisterer

2012        Ludwig Demmler

2013        Valentin Pfisterer

2014        Anton Nöbauer

2015        Ludwig Demmler

2016        Ludwig Demmler

2017        Lena Demmler

2018        Lena Demmler

2019       

2020       

 

Gauschützenkönige

In der langen Vereinsgeschichte gelang es uns bisher zweimal, im Isar-Loisachgau den Gauschützenkönig zu stellen. 1967 erzielte Franz Reiser diese Würde, 1976 gelang Maria Huber der Königstreffer.

 

Vereinstafel

Die holzgeschnitzte Vereinstafel stammt aus dem Jahr 1964. Sie zeigt die am 5. Sept. 1719 geweihte Farchacher Kirche und ein Eichenlaub. Gestiftet hat sie der damalige Schützenmeister Gregor Wolf.

Die blumengeschmückte Vereinstafel wird bei Festzügen vom "Daferlbua" vor der Schützenfahne getragen.

 

Vereinsabzeichen

Es ist ein alter Brauch, dass Schützen bei Zusammenkünften das Vereinsabzeichen an der Joppe zu tragen.

So fassten wir eines Tages den Beschluss, ein ansprechendes Vereinsabzeichen in Auftrag zu geben. Aus mehreren geschmackvollen Mustern der Firma Wilhelm Breiherr Garmisch, wählten wir demokratisch aus.

Seit März 1966 steht es uns unverändert zur Verfügung.

Auf Email, heute modernem Kunststoff gearbeitet, mit vergoldeter Umrandung und einem grünen Eichenzweig über einer Schießscheibe hat es einen deutlich sichtbaren Bezug zu unserem Vereinsnamen und ist Grundlage geworden für unser Vereinsemblem.

 

Ausgestaltung des Vereinslokals

Viel tat sich auch an der Ausgestaltung des Vereinslokals, das ursprünglich als Probenraum von der Bachhauser Blaskapelle errichtet wurde.

1967 stiftete Thomas Haberle einen Eck-Wandschrank für Pokale.

Georg Häuslaigner und Stefan Mayer haben ihn in massiver Schreinerarbeit angefertigt.

Die Bedenken derjenigen, die sich damals Sorgen um die Füllung der Vitrine machten, sind längst widerlegt. Dicht drängen sich die Pokale hinter der schützenden Glasscheibe.

Für die elektronische Auswerteanlage und den PC hat die Schreinerei Pfisterer einen schönen Schrank gestiftet, welcher unser Vereinsabzeichen in Einlegearbeit trägt.

 

Bilderrahmen für die Schützenkönige

Bei der Suche nach Möglichkeiten, unsere Schützenkönige besonders zu ehren, reifte die Idee, einen Bilderrahmen anzuschaffen.

Sei 1967 prangen nun unsere Schützenkönige in vollem Ornat in den grafisch verzierten Bildtafeln, die jeweils 10 Fotos aufnehmen.

Jedes Jahr wird nach dem Königsschießen vom Schriftführer ein schwarz/weiß Foto und der Name des neuen Schützenkönigs eingebracht. Inzwischen sind wir bei der fünften Tafel angelangt. "Den Königen  zur Ehre und den Schützen zum Ansporn".

 

Schießscheiben und Bilder

In besonderer Weise tragen die vielen dekorativen Schießscheiben zum Schmuck unseres Lokales bei. Sie erinnern an verschiedene Ereignisse und Anlässe, die den Routinebetrieb  auflockern und die man in unserer dörflichen Gemeinschaft noch zu feiern versteht.

Von den Schützen werden Schießscheiben gestiftet am Beginn und am Ende der Saison, bei Hochzeiten, runden Geburtstagen und dergleichen. Der Verein spendet jedes Jahr Scheiben für die Schützenkönige für Luftgewehr und Luftpistole sowie für den Jungschützenkönig.

Deutlich kann man die Veränderungen in der künstlerischen Gestaltung und Machart im Laufe der Jahre beobachten. Flachen, gedrechselten Schießscheiben folgten solche mit dreidimensionalen Aufbauten, meist auf Baumschwämmen. Daneben kamen Scheiben auf, deren Motive in Holzeinlegearbeit (Intarsien) ausgeführt waren. Derzeit haben wir Scheiben, kreisrund, oval und auch eckig, nach alten Motiven oder neuen Fotos mit Ölfarben gemalt. Für den Stifter entscheidet nur der Preis über Größe und Gestaltung.

Neben den Ehrenscheiben ziert manches Erinnerungsfoto die Wände unseres Vereinslokales.

 

Vereinschronik

In der Gründerzeit haben unsere Schützen vom Aufschreiben wenig gehalten. So sind uns nur alte Schießkladden überliefert. Will man jedoch die Zukunft gut gestalten, sollte man auch seine Vergangenheit kennen.

Dieser Devise entsprechend, haben wir 1956 begonnen, Ereignisse unseres Vereinslebens und Begebenheiten die das Schützenwesen tangieren, niederzuschreiben und mit aktuellen Zeitungsberichten und Fotos zu ergänzen.

Drei Chronikbände sind so inzwischen abgeschlossen und in feines, grünes Leder gebunden.

Eine Goldprägung weist auf den Inhalt hin.

Am vierten Band arbeitet der Schriftführer seit Juli 2006. Ergänzend dokumentieren Dias und Foto-CD’s das Vereinsgeschehen.

50 jähriges Gründungsfest

Am 2. August 1970 begingen wir im bescheidenen Rahmen das 50 jährige Gründungsfest.

Auf dem Programm standen ein vereinsinternes Jubiläumsschießen, ein Festgottesdienst mit Ehrung der verstorbenen Kameraden und ein Festzug durch den herausgeputzten Ort.

Dazu hatten wir die Vorstandschaft des Isar-Loisachgaues, dem wir angehörten und die Nachbarschützenvereine Höhenrain, Bachhausen, Aufkirchen und Manthal Harkirchen eingeladen.

Schießstätte

Da sich die Schießstätte bei Schöpfel im Raum über dem Vereinslokal befand, konnten die Kassiere die Belegung der Schießstände nicht überblicken.

Schriftführer Ernst Baumgartner hat daher 1976 eine elektrische Standbelegungsanzeige gebaut und installiert, die das Freiwerden eines Standes mit einem Piepton und dem Aufleuchten einer Leuchtdiode meldete. Eine gekoppelte Gegensprechanlage gab der Standaufsicht die Möglichkeit, mit den Kassieren zu telefonieren.

Diese praktische Technik war dort bis zum April 2013 im Einsatz. 

Um dem deutschen Waffengesetz gerecht zu werden, führt bei jedem Schießen eine volljährige Person Standaufsicht.

Umzug in anderes Schießlokal im Herbst 1974

Als unser langjähriger Herbergswirt Josef Ücker uns im Jahr 1972 eröffnete, dass er die Gaststätte für immer schließen und den Gastraum anderweitig nutzen wolle, sah sich unsere Vorstandschaft vor eine schwierige Aufgabe gestellt.

Zwar war im Zuge der kommunalen Gebietsreform um diese Zeit in Farchach der Bau eines gemeindeeigenen Bürgerhauses geplant, das im Keller auch vier Schießstände aufnehmen sollte. Die Realisierung war aber zu diesem Zeitpunkt noch sehr ungewiss.

Da wir aber den sportlichen Trainings- und Schießbetrieb ohne größeren Schaden für unsere Schützengesellschaft nicht auf unbestimmte Zeit unterbrechen konnten, suchten wir nach anderen Möglichkeiten einer Unterkunft.

Im landwirtschaftlichen Gebäudeteil der früheren Käserei Schöpfel konnten wir 4 Schießstände einbauen und den darunter im 1. Stock von den Mitgliedern der Bachhauser Blaskapelle errichteten Übungsraum als Lokal mitbenutzen.

Die hölzerne Außentreppe wurde gegen eine Betontreppe ersetzt. Von dort zu den Schießständen entstand eine Holztreppe.

Der Einzug in die neue Herberge erfolgte im Herbst 1974.

Seither sorgen Vereinswirtin Kathi Schöpfel und bis zu dessen Tod ihr Lebensgefährte Horst Birkholz für unser Wohl. Bier gibt es vom Münchner Hofbräu und der Brauerei Hutturm.

 

Umzug in anderes Schießlokal im Herbst 2013

Im März 2013 erhielten wir überraschend vom Besitzer des Gebäudes die schriftliche Kündigung über die Benutzung des Vereinsheims und des Schießstandes zum Saisonende im April 2013.

Naheliegend war nun das Bemühen unseres Vereinsvorstands, die bereits vom Schützenverein Edelweiß Bachhausen und der Lüßbacher Blaskapelle genutzten Räume im gemeindeeigenen Bürgerhaus, welches derzeit „Müller’s auf der Lüften“ heißt, mit zu benutzen.

4 Schießstände und der Aufenthaltsraum für die Vereine sind dort im Keller eingebaut.

Wir einigten uns mit den genannten Vereinen und stimmten unsere Termine so ab, dass wir unseren Schießbetrieb ab Herbst 2013 in diesen Räumen aufnehmen konnten.

1.Bürgermeister Ruppert Monn setzte sich dafür ein, dass der Aufenthaltsraum von einer Schreinerei im Herbst 2014 neu ausgestattet wurde. Ein breiter Schrank an der Wand bietet den Vereinen die Möglichkeit, Pokale und andere

Preziosen  hinter Glas zur Schau zu stellen. Unsere Tafeln mit den Fotos der Schützenkönige und einige besondere Schützenscheiben zieren inzwischen die Wand. Das verstärkt das Gefühl, hier daheim zu sein.

Fahnenweihe

Den Höhepunkt aller bisherigen Vereinsveranstaltungen brachte das Jahr 1973.

Nach sorgsamer Vorbereitung konnten wir im Rahmen einer Festwoche am 29. Juli unsere Fahnenweihe feiern.

In enger Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr Bachhausen, die 8 Tage zuvor ihre Standartenweihe feierte, wurde das Fest trotz miserabler Witterungsverhältnisse ein voller Erfolg. Der damalige 1. Schützenmeister Gregor Wolf verhandelte mit den Schwestern des Klosters der Unbeschuhten Karmelitinen in Aufkirchen,  die uns eine wertvolle Fahne in präziser und kunstvoller Handarbeit anfertigten.

Die kameradschaftliche Selbstverständlichkeit, mit der zahlreiche Schützenvereine der Gaue Isar-Loisach und Starnberg unserer Veranstaltung einen großartigen Rahmen gaben, haben uns einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Erinnerung daran sollte unsere Jugend motivieren, selber gerne bei ähnlichen Festen anderer Vereine teilzunehmen.

Als Patenverein konnten wir die Aufkirchner Sebastianischützen gewinnen.

Frau Marianne Maier aus Farchach wirkte als Fahnenmutter mit. Fahnenjunker war Franz Seitner und Fahnenjungfrau seine Schwester Leni. Die kirchliche Feier und Weihe der Fahne nahm Pfarrer Monsignore Alfons Wimmer vor, der über Jahre auch Vereinsmitglied war.

Die Bachhauser Blaskapelle besorgte die musikalische Ausschmückung.

 

Vereinsstempel

Im Februar 1976 ließen wir uns original nach einer Zeichnung des Schriftführers einen Vereinsstempel anfertigen. Wie das Abzeichen trägt auch er das markante Eichenlaub-Emblem.

Den Notwendigkeiten der modernen Zeit gehorchend, hat Schriftführer Ernst Baumgartner im Jahr 1993 den Schriftzug mit dem Computer überarbeitet  und dann das Eichenlaub-Emblem "eingescannt".  Damit kann es mit dem Computer in Dokumente „montiert“ und beliebig vergrößert und verkleinert werden.

 

Lüßbach-Wanderpokalschießen

1976 rief der letzte Bürgermeister der aufgelösten Gemeinde Bachhausen, Bernhard Christ,

das Lüßbach-Wanderpokalschiessen mit der Stiftung des ersten Pokals ins Leben.

Zu dem alljährlich stattfindenden Ereignis kommen die Schützenvereine der Gemeinde Berg zusammen, wobei jeweils ein anderer Verein die Ausrichtung übernimmt:

                                               Enzian Höhenrain

                                               Edelweiß Bachhausen

                                               Sankt Sebastian Aufkirchen

                                               Manthal Harkirchen

                                               Eichenlaub Farchach.

Die herzliche und freundschaftliche Atmosphäre verleiht diesem sportlichen wie auch gesellschaftlichen Ereignis durch den ortsverbindenden Charakter besonderen Wert.

 

Vereinssatzung

Um unser Vereinsleben für alle geordnet und transparent zu machen, gab sich unsere Gesellschaft am

18. Juni 1976 eine Satzung. In der außerordentlichen Hauptversammlung am 25. Januar 2008 haben wir die Vereinssatzung dem steuerrechtlichen Erfordernis angepasst um so die Gemeinnützigkeit zu erlangen.

 

Eintrag in das Vereinsregister als e.V.

Am 8. September 1976 ließen wir unsere Schützengesellschaft unter Nummer 0561 in das Vereinsregister beim Amtsgericht Starnberg eintragen.

 

Überleitung aus dem Isar-Loisachgau in den Schützengau Starnberg

Die Überleitung unseres Bachhauser Gemeindegebietes im Zuge der Gebietsreform in den Landkreis Starnberg weckte in der Vorstandschaft den Wunsch, sich auch auf sportlicher Ebene neu zu orientieren und dem Schützengau Starnberg anzugehören.

In geheimer Abstimmung fasste die Jahreshauptversammlung am 10. Sept. 1977 nach eingehender Debatte mit großer Mehrheit den Beschluss zum Übertritt.

Nach Übereinkunft mit dem abgebenden und dem aufnehmenden Gauvorstand erfolgte am

6. Okt. 1977 der Vollzug.

In der Jahreshauptversammlung des Schützengaues Starnberg am 6. Nov. 1977 in Gilching, wurden wir vom damaligen und uns sehr gewogenen 1. Gauschützenmeister Hans Ambacher als 51. Verein in der großen Gemeinschaft willkommen geheißen und den anwesenden Delegierten vorgestellt.

 

60 jähriges Gründungsfest

Am Sonntag, 14. Okt. 1979 feierten wir im würdigen Rahmen das 60 jährige Bestehen unserer Schützengesellschaft. Dazu konnten wir den Starnberger Gauvorstand mit dem 3. Landesschützenmeister Josef Ambacher an der Spitze, die Gau-Fahnenabordnung, den 2. Gauschützenmeister des Isar-Loisachgaues Werner Böhnl, alle Schützenvereine der Gemeinde Berg und die Freiwillige Feuerwehr Bachhausen bei uns begrüßen.

Pfarrer Monsignore Wimmer zelebrierte den Festgottesdienst in der geschmückten Farchacher Kirche. Musikalisch begleitete uns die Bachhauser Blaskapelle. Der sich anschließende Festakt fand in einem schmucken Zelt unseres Kameraden Horst Birkholz statt. Es sprach der Schirmherr Bürgermeister Josef Ücker. Grußworte richtete auch der 1. Gauschützenmeister Hans Ambacher an die Anwesenden, anschließend ehrte er verdiente Eichenlaubschützen.

Erfreut registrierten wir das große Interesse der Bevölkerung sowohl bei der Vorbereitung als auch beim Fest.

 

Sportwaffen

Zum Bestand unserer vereinseigenen und ständig benutzten Sportwaffen zählen wir einige Luftgewehre und eine Luftpistole. Ein Zimmerstutzen sowie ein alter Löffellader-Zimmerstutzen befinden sich ebenfalls noch in unserem Besitz, werden aber nur sehr selten benutzt.

Die Pflege der Waffen und der Schießanlage obliegt der Sportleitung. Zum präzisen vermessen der Blattltreffer und der erzielten Ringzahlen haben wir uns eine elektronische Auswertemaschine angeschafft. Die Ergebnisse werden online an einem PC verarbeitet und gespeichert.

 

Waffenschrank

Wolfgang Reiser stiftete 1983 zur sicheren Aufbewahrung unserer Waffen, Munition und Ausrüstung einen stabilen Stahlschrank, dessen Einteilung er den Erfordernissen anpasste. Den hölzernen Innenausbau fertigte Georg Häuslaigner.

Aufgrund der neuen Gesetzeslage haben wir uns im Jahr 2004 einen Waffentresor angeschafft

 

Vereinstracht

Zur Verbesserung unseres äußeren Erscheinungsbildes bei Festveranstaltungen, schafften wir uns 1984 eine Vereinstracht an. Die Herrn tragen eine braune Lodenjoppe mit Halsschleife dazu eine dunkle Hose oder Bundhose, die Damen ein braunes Lodenkostüm. Ein brauner Filzhut mit Federschmuck rundet die Tracht ab.

 

Sebastianijahrtag und Pfingstmontag

Zwei Veranstaltungen im nahen Umfeld verdienen noch Erwähnung:

Um die Januarmitte feiern wir alljährlich zusammen mit unseren Nachbarvereinen und unterstützt von der Bachhauser Blaskapelle den Sebastianijahrtag unseres Patenvereines in der Pfarr- und Wallfahrtskirche Aufkirchen. Nach Kirchenzug und Festgottesdienst zu Ehren der verstorbenen Schützen nimmt der Jahrtag im Vereinsheim der Aufkirchner Schützen seinen unterhaltsamen Fortgang.

Jeden Pfingstmontag beteiligen wir uns an einer Gedenkfeier des  Soldaten- und Reservistenvereins für die Gefallenen der Ortschaft Farchach verbunden mit einem Kirchenzug, Gottesdienst, Ehrung und Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal und einem kurzen Festzug. Zum Abschluss gibt es jeweils ein Dorffest auf dem Kirchplatz. Die Lüßbacher Blasmusik unterstützt die Traditionsveranstaltung musikalisch.

 

Schützenball

Bis vor einigen Jahren führten die örtlichen Schützengesellschaften jährlich in der Faschingszeit im Gasthof zur Post in Aufkirchen einen Ball durch. Zum Tanz spielte die Bachhauser Blaskapelle auf. Da aber die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben immer weiter auseinander klaffte verzichtet man derzeit darauf.

 

Schießsaison

Zum sportlichen Schießbetrieb finden wir uns im Winterhalbjahr von September bis April zusammen. Die Vereinsabende halten wir auf Wunsch der Mitglieder seit langem am Freitag ab, früher war es der Samstag. Die Beteiligung beträgt an normalen Schießabenden regelmäßig etwa 50% der Mitglieder (22 bis 25 Personen)

 

Schießpreise

Es ist alte Tradition, dass es bei den Schießen Preise gibt.

Früher nannte man sie "Kranzl". Sie wurden meist spontan gegeben, an jedem Schießabend.

Jeder Schütze sollte bei dieser Methode von Zeit zu Zeit ein Kranzl geben. Da dies aber nicht funktionierte, übernahm der Verein die Anschaffung der Preise.

So war es lange Zeit, bis wir uns entschlossen, eine Jahrespreisverteilung zum Ende der Saison einzuführen. Dabei bekam jeder einen Preis, nicht nur die besten Schützen.

Zur Zeit aber verzichtet man weitestgehend auf Preise und verwendet das Geld für ein gemeinsames Essen mit musikalischer Unterhaltung und einem Grillfest im Sommer.

Gelegentlich gab es schon Preisschießen in Form von Strohschießen, Nikolausschießen oder dergleichen.

 

Ehrenmitglieder

Die Hauptversammlung hat nachstehende Schützen zu Ehrenmitgliedern ernannt:

 

  Stefan Mair

  Josef Deuflhard

  Gregor Wolf

  Alfons Wimmer

  Horst Birkholz

  Ernst Baumgartner

  Horst Kienast

  Josef Pauli

  Bernhard Christ

am   2. Okt.  1979

am 23. Sept. 1983

am   7. Febr. 1985

am   9. Okt.  1998

am 11. April 2003

am 15. Jan.   2010

am 15. Jan.   2010

am 15. Jan.   2010

am 14. Jan.   2011

Gründungsmitglied

Langjähriges Vereinsmitglied

Ehrenschützenmeister

Als Pfarrherr Verfechter der Schützensache

Langjähriger Herbergsvater

bis 2011 war er 42 Jahre Schriftführer

war 4 Jahre 2. Kassier, 29 Jahre 1. Kassier

war 11 Jahre 1. Kassier

als Bürgermeister den Schützen hilfreich

20.Dez.98 verstorben

18.Okt.95 verstorben

15.Dez.97 verstorben

08.Juli 07 verstorben

28.Dez.04 verstorben

 

 

16.Febr.14 verstorben

 

 

 

Wir schätzen uns glücklich, in unseren Ehrenmitgliedern Männer in unserer Mitte zu haben und gehabt zu haben, die uns durch ihre Freude am Schießsport, ihre Ideen und ihren Einsatz in unserer Gesellschaft Vorbilder geworden sind.

 

Vereinsbeitrag

Früher war es üblich, bei jedem Schießen eine Einlage zu zahlen. Es war nicht viel, aber der Kassier hatte eine Menge Arbeit, denn er musste neben der Ausgabe der Schießscheiben, Auswertung und Eintrag der Ergebnisse in die Schießkladde auch die Beiträge kassieren und eintragen.

Am 19. Sept.1980 entschied sich die Hauptversammlung für die Einführung eines Jahresbeitrages. Von den meisten Schützen erfolgt das Inkasso inzwischen per Bankeinzug.

 

Mitgliederstruktur

46 Mitglieder hatten wir 1993, darunter waren 9 Damen, 4 Jugendliche unter 18 Jahren und

3 Schüler.

 

Mitgliederentwicklung

Derzeit haben wir einen Mitgliederstand von rund 60 Personen.

Das „Mittelalter“ ist gut vertreten. Stolz sind wir auch auf unsere Jugend, die immer wieder nachrückt

und die Senioren, die treu ihre Stellung halten.